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Hallo ihr Lieben

Kürzlich habe ich diesen Korb mit Brot, Salz, Wein und Süssem zu einer Hauseinweihung verschenkt.
Und damit ihr versteht, was es mit diesem Einzugsgeschenk ganz Spezielles auf sich hat, muss ich etwas ausholen,




Es war ein Sonntag im März. 
Der Frühling machte sich schon
etwas bemerkbar und die ersten Bäume blühten. 
Hinter meinem Mann und mir lagen schwierige Wochen, was die Sanierung von
unserem Haus anbelangte. 
Aus verschiedenen Gründen (auf die ich hier nicht
näher eingehen will, weil ich niemanden verletzten will, aber auch weil sich
die Sache mittlerweile zum Guten gewandt hat) hatten wir uns gegen eine
weitere Zusammenarbeit mit dem Architekten entschieden. 
Wie es genau weiter gehen sollte, wussten wir zu diesem Zeitpunkt jedoch noch
nicht. 
Um ehrlich zu sein, wir waren ziemlich ratlos. 
Es war eine schwierige Zeit, denn ich bin nur ungerne planlos. 
Zudem kostet jeder Verzug beim Bauen
auch immer viel Geld und ganz generell geht es bei so einer Kernsanierung um eine grosse Summe.
In den vergangenen Monaten hatten wir den Rückbau des Hauses (ausgenommen Asbestsanierung) mit Hilfe von Freunden, Familie und Nachbarn selbst vorgenommen. 
Wir hatten enorm viel körperlich gearbeitet, was wir uns definitiv nicht gewohnt waren und so manch einen Muskelkater davon getragen.




Nach dem Entscheid, ohne Architekt und Bauführer weiter zu gehen, liessen wir dann diverse Anbieter von allen
unterschiedlichen Gewerken auf die Baustelle kommen und die Preise offerieren. 
Es war klar, dass wir den Wiederaufbau durch Fachmänner machen lassen, und nicht selbst Hand anlegen wollten. 
Es fehlte uns an Know-how und vor allem auch an der Zeit.
Der
Plan war es, alle Gewerke (Sanitär, Heizung, Elektroinstallation, Bettonschneider, Fliesenleger, Parkettverleger, Zimmermann, Maler, Dachdecker, Fensterbauer, Küchenbau etc.) separat zu vergeben. 
Mit einigen hätten wir uns definitiv vorstellen können zusammen zu arbeiten. 
Manche waren aber auch zu teuer,
andere passten uns menschlich nicht. 
Einer liess bei der Besichtigung sogar die Bemerkung fallen: «Das Haus hättet ihr besser gar nie gekauft.» 

Am allermeinsten befürchten wir, dass wenn wir die komplette Bauleitung übernehmen würden
und ALLES selbst koordinieren würden, absolut überlastet wären. 
Mein Mann arbeitet nicht in der Region und ist nicht innerhalb einer vernünftigen Zeit auf der Baustelle und so wäre wohl der Grossteil der Bauleitung an mir hängen geblieben. 
Ich habe viele Nächte lang kaum geschlafen.
Nebst der riesen Belastung und Job und Kinder, war das einfach auch etwas was ich mir nicht so recht zutraute, weil ich keine Ahnung vom Bau habe hatte.
Zudem bin ich eine Frau und hatte Angst, dass ich nicht ernst genommen würde. 
(Was sich dann übrigens als absolutes Gegenteil entpuppte. Alle Handwerker waren immer sehr nett, erklärten mir geduldig alles bis ins kleinste Detail und gingen auf meine Wünsche ein.) 




Damals im März warteten wir also
auf ein Wunder, oder besser gesagt auf eine glückliche Fügung.
Und dann
 fand es uns, das Glück – durch einen Zufall. 
Manchmal
sollte man einfach mehr Vertrauen in das Leben haben, dass am Ende alles gut
wird. 

Wir machten einen Spaziergang in Thun und ich wollte einen ganz bestimmten, wunderschön blühenden Baum fotografieren. 
Dieser steht ganz in der Nähe vom Haus in dem mein Gotti (Patentante) wohnt. 
Während ich dort also mit meiner Kamera
hantierte, kümmerte sich mein Mann um die Kinder.
 Und genau in diesem Moment
kam mein Gotti und ihr Mann daher geschlendert und begannen mit meinem Mann zu
plaudern. 
Sie steckten damals mitten in der Sanierung von einem Haus, welches
sich auf ihrem Grundstück, gegenüber ihrem eigenen, befindet. 
An Gesprächsstoff mangelte es also nicht.
Und so ergab ein Wort das andere und in den
nächsten Minuten standen wir bereits mitten auf ihrer Baustelle und
begutachteten alles. 
Sie schwärmten in den höchsten Tönen von der Firma aus Interlaken, die auf ihrer Baustelle die komplette Renovation durchführt. 
Und so kam es, dass mein Mann am Montag mit dieser Renovationsfirma
telefonierte und die Herren Roth schon einen Tag später bei uns auf der
Baustelle standen. 
Nach einem weiteren Monat hin und her, vielen Gesprächen und verschiedenen
Offerten, entschieden wir uns dann, fast den kompletten Auftrag an die Firma
Roth Renovationen GmbH zu vergeben. 
Sie hatten uns mit ihrer kompetenten Art
und das «für den Bauherrn» überzeugt. 
Auf jede Frage hatten sie immer eine Antwort parat und es kam nicht der obligate Spruch «das schauen wir dann…» (Den hatte ich bis dahin zur Genüge gehört und konnte, als sehr strukturierenden und planerischen Menschen einfach nichts damit anfangen.) 
Zudem decken sie mir Ihrer Firma fast alle Gewerke ab und die Koordination lag aus diesem Grund auch bei Ihnen.




Separat vergaben wir die ganze Elektronik (Elektro Wyler – ein Freund von uns) den Küchenbau (Emmeküche
was sonst?) die Sanierung der alten Rohre und Abwasserleitungen (Rohrmax), die Bettonschnitte für Wärmepumpe und Vergrösserung der Garageneinfahrt (BRB – Bettonrückbau) sowie
den Torbau (Meier Systems) und koordinieren auch die Entsorgung (Gasser Balsiger Recycling). 
Die Asbestsanierung (was ja bei einem so alten Haus gang und gäbe ist) wurde bereits vorher fachmännisch ausgeführt. 

Entgegen diverser Empfehlungen verzichteten wir auf eine Submission. 
Für uns
war es sehr wichtig, dass es auch menschlich stimmt. 
Und bis heute sind wir nur
unendlich dankbar, dass der Zufall und das Glück uns das zugespielt hat. 
Wir haben so viele fleissige und nette Handwerker auf der Baustelle die alle einen super Job machen.
Bis jetzt sind wir sehr zufrieden mit allen Arbeiten und können jede einzelne Firma mit bestem Gewissen weiter empfehlen. 



Nun, was hat das jetzt alles mit dem Einweihungsgeschenk zu tun?
Das Haus, welches mein Gotti und ihr Mann renovieren liessen, wurde in der
Zwischenzeit fertig gestellt. 
Bald werden die Mieter einziehen.
Und kürzlich fand diesbezüglich ein kleines Hausfest statt. 
Wir waren
da auch eingeladen und freuten uns sehr, dass wir dabei sein durften. 
Und wie es so üblich ist, bringt man zu einem Einweihungsfest auch ein Geschenk
mit. 
Da sie das Haus nicht selbst bewohnen werden, schloss ich also ein
Geschenk wie eine Pflanze für den Garten oder ähnliches aus. 
Und so kam mir die
Idee mit Brot und Salz. 

Kennt ihr die Symbolik von diesem Geschenk?
Brot und Salz wird in vielen Ländern als symbolisches Geschenk verschenkt, denn
beides gilt in vielen Kulturkreisen als das Grundnahrungsmittel schlechthin. 
Es ist also weniger ein praktisches Geschenk für das neue Haus, als vielmehr ein
Segen und ein Glückwunsch. 
Das Brot symbolisiert «das täglich Brot» (Damit dieses Zuhause niemals Hunger leidet) und Salz (“Für die Würze im Leben”) gehörte in früheren Kulturkreisen
zu den kostbarsten Besitztümern eines Haushalts.

Nur Brot und Salz war mir dann doch etwas zu wenig, und so ergänzte ich das
Geschenk noch mit einem guten Wein «Für Wohlstand und Freude» und einer hauseigenen
Zwetschgenkonfi «für die süssen Seiten im Leben». 
Das Geschenk kam super an und wir hatten einen gemütlichen und schönen Abend. 
Wir durften das frisch sanierte Haus besichtigen, welches sehr schön geworden war. 
Die Verwandlung war verblüffend und wir freuten uns grad noch mehr auf unser fertiges Haus. 

Der Mann von meinem Gotti verabschiedete sich mit folgenden Worten bei uns: «Ich wünsche euch weiterhin einen guten Durchhaltewille beim Umbauen und freue mich schon auf euer Hausfest!» 
Oh ja, auf dieses freuen wir uns auch. 
Lange wird es nicht mehr dauern. 
Wir wollen noch vor Weihnachten umziehen. 
Doch in den nächsten Monaten gibt es noch viel zu tun. 
Langweilig wird uns also auch weiterhin ganz bestimmt nicht.



Den Sonnstagszopf, sowie die Konfitüre, welche ich verschenkt habe, waren natürlich selbstgemacht. 
Die Zwetschgen stammten sogar aus unserem eigenen Garten.
Zum Verschenken habe ich alles mit einer hübschen Etikette angeschrieben und in einen Korb verpackt. 
Dazu habe ich noch ein Blümchen gelegt. 
Das hat jedoch nicht auf das Bild gepasst…


Sonntagszopf

500 g Zopfmehl
½ EL Salz
½ EL Zucker
15 g frische Hefe
65 g Butter (Zimmertemperatur)
3 – 3 ½ dl Vollmilch
1 Eigelb
1 EL Vollmilch

 Und so wird’s gemacht: 

Mehl mit Salz und Zucker in einer grossen Schüssel mischen. 
Die Hefe mit den
Händen verkrümeln und hinzufügen.
Die Butter in kleinen Stücken ebenfalls
hinzufügen und umrühren.
Dann das Ganze mit der Küchenmaschine rühren und die
Milch einfliessen lassen.
Den Teig 2-3 Minuten kneten lassen.
Von Hand zu einem
glatten Teig formen und in der Schüssel zugedeckt mit einem feuchten
Geschirrtuch um das Doppelte aufgehen lassen. 

Danach den Teig halbieren, zu Rollen drehen und zu einem Zopf
flechten.
Auf ein mit Backblech belegtes Blech legen und zugedeckt nochmals eine
halbe Stunde ruhen lassen. 
Das Eigelb mit dem Esslöffel Vollmilch vermischen und mit einem Backpinsel den
Zopf damit bestreichen. 
Im unteren Bereich des auf 200 C° vorgeheizten Ofen 45 Minuten backen.



Zwetschengkonfi aus dem Ofen

1 kg frische Zwetschgen
1 kg Gelierzucker
2 Stangen Zimt

 

So wird’s gemacht:

Die Zwetschen waschen, trocknen, entsteinen und in 8tel
schneiden.
Mit dem Gelierzucker und den Zimtstangen in einer weiten Backform
geben.
Alles gut durchmischen und bei 200 C° eine halbe Stunde im Backofen
schmoren.
Immer mal wieder umrühren.
Nach einer halben Stunde die Backform aus
dem Ofen holen und alles sehr gut durchmischen. Nochmals für 10 Minuten weiter
backen. 
Danach in ausgekochte Gläser füllen und fest verschliessen.

 





Kürzlich las ich einen tollen Spruch, der so absolut passt: «Man lebt das Leben
vorwärts, versteht es aber rückwärts». 
Hätten wir damals im Februar / März 2020 schon gewusst, wie es
weiter gehen würden, wären wir bestimmt nicht so verzweifelt gewesen.  
Rückblicken müssen wir sagen, es musste genau so kommen. 
Irgendwo hat alles seinen Sinn, auch wenn man ihn meist erst viel später sieht. 

Ich hoffe ich konnte einigen die eventuell auch grad in einer Kernsanierung stecken damit Hoffnung machen und euch mit den Bildern inspirieren. 

Herzlichste Grüsse

Gabriela




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